Straymonk - Beginn: 20:15

Straymonk

 

Zwei Altsaxofone, Bass, Schlagzeug - das scheint doch eher eine gewagte Besetzung, die Nat Su und Gabriel Dalvit für ihre Gruppe Straymonk wählten, als sie vor zehn Jahren ihre Hommage an Billy Strayhorn und Thelonious Monk vorlegten. Heute, nach zehn Jahren, gibt es die Formation immer noch, nach einer CD mit der Musik von Charles Mingus folgt nun eine mit Kompositionen von Nat Su, im gleichen Format, aber mit anderer Rhythmusgruppe (Dominique Girod am Bass, Jonas Ruther an den Drums). Sie heisst «Pling» und ist die schönste von allen, sicher ein Höhepunkt im schweizerischen Jazz des letzten Jahres, ach was: ein unangestrengtes Meisterwerk weit darüber hinaus.

Nat Su (as), Gabriel Dalvit (as), Dominique Girod (b), Jonas Ruther (d)

Link - auch zum reinhören: http://www.straymonk.com/

Beginn: 20:15

Eintrittspreise:
Jazzclubmitglieder: 5,- €
Nichtmitglieder: 10,- €
Schüler / Studenten: 5,- €

Mehr Infos / Weiterlesen: Klick auf den Bandnamen

Zwei Altos, das erinnert zunächst an die Saxofon-Battles vergangener Zeiten - «Phil [Woods] & [Gene] Quill», «Tough Tenors» (Lockjaw Davis /Johnny Griffin) u. v. a.
Allein, Straymonk verfolgt das Gegenteil solcher sportiven Muskelspiele, orientiert sich eher an den coolen Dialogen von Lee Konitz und Warne Marsh, oder, in der Durchsichtigkeit des pianolosen Quartett-Sounds, an den Quartetten von Chet Baker (wenn auch mit ungleich druckvollerer Rhythmusgruppe). Ich meine, zumal in den langsamen, balladesken Stücken,noch einen anderen Anklang zu hören: den an Ornette Coleman. Dessen «Lonely Woman» zum Beispiel ist ja die Widerlegung jenes destruktiven Free-Jazz-Image, das Ornette von Orthodoxen lange angehängt wurde. Nicht anders tragen Su und sein Schüler Dalvit und Co. den Kopf in Höhen, wo die Freiheit wohl grenzenlos ist, stehen aber mit den Füssen in einer Jazztradition, die von Struktur und Zusammenklang ausgeht und die kruziale alte Qualität Swing nicht verachtet. Su und Dalvit sind beide, wenn sie sich denn überhaupt von innigen Unisoni und gefinkelten Duetten ins Solistische lösen, Improvisatoren, die die Vorlagen nicht als Vorwand für Nudeleien ausbeuten, sondern daraus Erzählungen mit einer eigenen Logik formen. So entsteht eine neue, überraschende, aber auf Anhieb nachvollziehbare Musik, die weder traditionell noch avantgardistisch ist.
Oder beides zugleich."
Aus: «The Shape of Jazz to Come». von Peter Rüedi 2017

Info zu den Musikern:

Nathanael Su – Alto Saxophone
Geboren 1963 in Zürich.
Musikstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Graz, Österreich und am Berklee College of Music, Boston, USA (Professional Music Diploma).
Aktiv in der schweizer Szene seit 1987, u.a. mit Urs Blöchlinger, Omri Ziegele, Franco Ambrosetti. Trio Arbeit mit Dieter Ulrich und Lindsay Cooper, Stefan Kurmann und Norbert Pfammatter. Mitglied von Herbie Kopf's "Lop-Sided-Band" und "Hip Noses". Leitung von "The International Hashva Orchestra" mit Mark Turner, Mike Kanan, Joe Martin und Jorge Rossi. Festivalauftritte in Europa, Russland, Balkan, Baltikum, Karibik. Werkjahr der Stadt Zürich; Kompositionsauftrag des Kantons Zürich für "The International Hashva Orchestra". Dozent für Saxophon, Ensemble und Jazz Harmonielehre an der Musikhochschule Luzern. Autor eine Lehrmittels für Jazz Harmonielehre, herausgegeben von der Musikhochschule Luzern. Zahlreiche Aufnahmen, u.a. mit Herbie Kopf's "Hip Noses", Herbie Kopf's "Lop-Sided Band" im Duo mit Fredi Lüscher und unter eigenem Namen mit "The International Hashva Orchestra", dem Nat Su Quartett und dem Nat Su Trio.

Gabriel Dalvit – Alto Saxophone
Geboren 1977 in Zürich.
Ausbildung an der Musikhochschule Luzern, dort 4 Jahre Schüler von Nat Su.?Danach verschiedene Studien u.a. bei Mark Turner und Chris Cheek.??2001 Förderpreis der Friedl-Wald Stiftung.??Seit 2000 diverse Auftritte als Bandleader und Sideman im In- und Ausland mit Musikern wie Simon Nabatov, Claire Fischer, Chris ?Wiesendanger, Dominik Egli, Fabian Gisler, Robi Lakatosch, Mike Kanan Albert Sanz, Jorge Rossi, Larry Grenadier usw. 2004 Aufenthalt in New York.
Seit 2004 Konzertauftritte in Russland, Japan, Deutschland und Frankreich, mit der Band Straymonk und dem Yutaka Shiina Quintett.
2015 Duo Konzerte mit dem Pianisten Albert Sanz.
2015 Japan Tour mit Yutaka Shiina
2016 Konzertauftritte mit dem Albert Sanz Quintett
2017/18 Duotouren mit Albert Sanz in Spanien und der Schweiz
Seit 2006 unterrichtet Dalvit am Gymnasium Atelierschule in Zürich, Improvisation.

Dominique Girod – Bass
Dominique Girod wurde 1975 in Winterthur geboren. 1993 bis 1996 studierte er Jazz und klassischen Kontrabass bei J.-F. Jenny-Clark an der Ecole Normale und an der American School of Modern Music in Paris, anschliessend klassischen Kontrabass am Konservatorium Zürich mit Lehrdiplom 1999. Ab 2000 Komposition bei Michaël Jarrell und elektronische Musik und Theorie bei Gerald Bennett mit Abschluss 2007 an der Zürcher Hochschule der Künste. Dominique Girod wirkte an zahlreichen Konzerten, Tourneen und CD-Produktionen im Bereich Jazz und Neue Musik mit, u.a. mit Day & Taxi, Chris Wiesendanger, Nat Su, Adrian Frey, Daniel Schenker, Benny Golson, Chris Cheek, Ray Anderson, Greg Osby, Kurt Rosenwinkel, Michel J. Stevens, Miles Griffith, Phillharmonische Werkstatt Schweiz, Ensemble für Neue Musik Zürich und mit seiner eigenen Band "Grünes Blatt". Er schrieb Werke für unterschiedliche Besetzungen, wobei sein kompositorisches Interesse besonders auch dem Lied gilt. Er erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge, u. a. vom Berio Festival London (2004), Trio Tafeal und vom Ensemble für Neue Musik Zürich. 2003-2004 war er Stipendiat des Landis&Gyr Ateliers in London. 2013 wurde seine erste Oper "l'homme qui rit" von der "Freien Oper Zürich" im Fabriktheater der Roten Fabrik Zürich uraufgeführt.
Seit 2001 unterrichtet Dominique Girod Kontrabass am Zürich Konservatorium Klassik und Jazz, seit 2008 auch Theorie am Konservatorium Winterthur und an der ZHdK.

Jonas Ruther – Drums
Seit 2009 ist Jonas Ruther als freischaffender Musiker und Komponist in diversen Bands und Ensembles in der Schweiz und Europa unterwegs. Als Schlagzeuger ist er ein bewusster Klangforscher, Beatbastler und Improvisationsmusiker.
2003 gewinnt er den UIL Championship in den USA als „Most outstanding multiple percussionist“ . 2006 folgt nach der Matura der Eintritt in die Hochschule Luzern Musik, die er im Juni 2013 mit dem Master in Perfomance mit Auszeichnung bei seinem Lehrer Norbert Pfammatter abschliesst. Im selben Jahr wird er von der Jazzschule Luzern als musikalischer Vertreter für das 23. internationalen IASJ Meeting in Arhus, Dänemark gewählt.
2012 ermöglicht ihm ein Stipendium der Friedl Wald Stiftung, für ein halbes Jahr die Jazzszene in NYC kennen zu lernen. Er ist Stipendiat der Hirschmannstiftung
2013 und Finalist der Court und Dienamnn Stiftung 2013.
Zurzeit arbeitet Jonas Ruther als Solokünstler, sowie auch als Co-Leader mit Lucca Fries (Piano) für das Duo HELYmit Tobias Meier (Saxophon) und Dave Gisler (Gitarre) für die Band NOFLORES . Mit dem LUZERNER JAZZORCHESTRA ist er europaweit unterwegs. Ausserdem ist er in den Formationen STRAYMONK und RAPHAEL JOST & LOTS OF HORNS zu hören. Weitere Zusammenarbeiten bestehen mit dem ELIYAH REICHEN QUARTETT FEAT. NICOLAS MASON, den Bands SMIFF, FRANCEPORTER, ROBERT BOSSARD QUARTETT und der Sängerin PAMELA MENDEZ.
Neben seinen Konzerttätigkeiten unterrichtet er in kleines Pensum an der Musikschule der Stadt Zürich und ist Programmleiter und Vorstandsmitglied des Vereins JAZZBARAGGE Zürich.